Geschichtliches über die Hohenzollern-Kürassiere

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Stadt Sigmaringen
Landesverband Hist. Bürgerwehren und Stadtgarden Württemberg Hohenzollern
Union der Europäischen  Wehrhistorischen Gruppen

Das Schwäbische Kreis-Kürassier-Regiment hatte in seiner 140-jährigen Geschichte mehrere Namen, die es von anderen Waffengattungen und Regimentern innerhalb der Reichsarmee und des Schwäbischen Kreises unterschieden.
In alten Chroniken taucht es 1664 einfach unter dem Namen "Kreisreiterei" auf und wurde damals, wie in seiner folgenden Geschichte, nach seinem Inhaber "Graf Maximilian Franz zu Fürstenberg" genannt.

 Im Friedensfall boten Hohenzollern-Sigmaringen 6 Reiter, die übrigen zollerischen Grafschaften Hechingen und Haigerloch weitere l1 Reiter zur Kreisreiterei, die von l672 -   1677 den offizie1len Namen "Katholisches Kreis-Regiment zu Pferd" trug.

 

 In Kriegszeiten immer nur sehr zögerlich aufgestellt, wurde das schwäbische Kontingent nach Friedensschlüssen stets eiligst wieder abgedankt. So kam das in Ulm     eingeschiffte schwäbische Kontingent zu spät, um zum Entsatz Wiens am 12. September 1683 wirksam eingreifen zu können. Aber das Regiment Gronsfeld taucht im Laufe  bis 1683 bis 1699 immer wieder an maßgeblicher Stelle in den "Ordres de Bataille" auf

Unter Graf Joseph Franz von Gronsfeld ( l683 - 1699), der das nunmehr. "Kreis-Kürassier-Rgt. (kath.)" genannte Regiment während des Türkenkrieges inne hatte, erlebte es seine erfolgreichste und schwerste Zeit:
•14. August 1686 Schlacht bei Ofen (als "Buda" heute ein Teil der Stadt Budapest),
• l2. August 1687 Schlacht am Berge Harsany (Mohacs),
• l1. August 1688 bis 9. September 1688 Belagerung und Einnahme von Belgrad, unter Feldherr
Prinz Eugen von Savoyen,
• 19. August 169l Schlacht bei Szlankament, in der die Armee des Markgrafen Wilhelm Ludwig
von Baden ("Türkenlouis")

Während der Jahre 1691 bis 1704 hatte Graf Johann Friedrich Schenk von Stauffenberg das Kreis-Kürassier-Regiment inne. 1693 bis 1703 wurde das 1691 geschaffene Kreis-Dragoner-Regiment (mixtiert) dem Grafen Franz Anton von Hohenzol1ern-Sigmaringen übergeben. In dieser Zeit wurden die Kontingente der zollerischen Grafschaften Hechingen, Haigerloch und Sigmaringen diesem gemischt- konfessionellen Dragoner-Regiment zugeordnet.
Nach Beendigung des Spanischen Erbfolgekrieges (1701 - 1714) ging das Kreis-Kürassier-Regiment von Graf Johann Friedrich Schenk von Stauffenberg auf Graf Eustach Maria Fugger über und das zollerische Kontingent wieder zurück zu diesem "rein" katholischen Regiment.

Zwischen 1736 bis 1756 war Markgraf Karl Friedrich von Baden-Durlach Inhaber des Kreis-Kürassier-Regiments. Danach erhielt es mit Fürst Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen erstmals den Namen "Kürassier-Rgt. Hohenzollern", den es bis zu ,seiner Auflösung tragen sollte.

Das Kreis-Kürassier-Regiment "Fürst Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen" rückte in den Siebenjährigen Krieg auf der Seite Maria Theresias aus. Auch wenn sie aufgrund ihrer aus kleinen und kleinsten Kontingenten zusammengesetzten Truppenteile in der Friedenszeit (auch wegen der sprichwörtlichen Sparsamkeit des Schwäb. Kreistages) kaum hatten einheitlich ausrüsten und im Verband hatten ausbilden können, standen sie auf die Dauer dieses langen Krieges doch ihren Mann.
Wenn auch der Ausgang der Schlacht von Roßbach im Jahre 1757 darüber einen anderen Eindruck vermittelt, so ist doch erwiesen, dass die Hohenzollern-Kürassiere in der Vorhut der verbündeten französischen und Reichsarmee dem Ansturm der preußischen Kavallerie unter General von Seydlitz tapferen Widerstand leisteten.
Der Feldherrnkunst eines Friedrich II. hatten aber auch sie nichts entgegenzusetzen als das nackte Leben. Das Regiment hatte erhebliche Verluste. Schlimmer noch erging es den Reitern des anderen schwäbischen Kavallerie-Regiments : Das Dragoner-Regiment "Herzog von Württemberg" wurde wegen der Ähnlichkeit ihrer Uniform mit der des preußischen Dragoner-Regiments Nr. 1 "von Normann" von Husaren des österreichischen Regiments "Szecheny" überfallen und ihrer Standarte
beraubt. Was Wunder also, dass die ohnehin schlecht auf die Österreicher zu sprechenden protestantischen Schwaben in der Schlacht von Leuthen im Dezember desselben Jahres (angeblich) über die Köpfe ihrer preußischen Glaubensgenossen hinwegschossen.
Nun, die Scharte wetzten die Hohenzollern-Kürassiere bis zum Frieden von Hubertusburg mehr als einmal wieder aus. So waren sie dabei als bei Maxen am 21. November 1759 das Korps des preußischen Generals Finck ausgehoben wurde.

Auch im Jahre 1796 wurde die Reichsarmee gerügt, als sie den gelandeten Franzosen im Gefecht bei Offenburg nicht mehr als hinhaltenden Widerstand entgegengesetzt haben soll. Tatsache aber ist, dass den mehr als 80.000 Franzosen nur das schwäbische Kontingent von 7.230 Mann gegenüberstand und der Rest der Reichsarmee gar nicht mehr zu erwarten war. Zu dieser Zeit wurde das Regiment "Fürst Anton Aloys von Hohenzollern-Sigmaringen" auf das Fünffache der
Matrikularstärke gebracht (Quintuplum), zahlte aber bei dem Rückzug bis Biberach (Riss) einen hohen Blutzoll.

Dann wurde 1801 das schwäbische Korps auf Befehl des österreichischen Feldherrn Erzherzog Karl zu allem Überfluss auch noch entwaffnet, weil der Herzog von Württemberg, der badische Markgraf und nicht zuletzt das Haus Hohenzollern (im Vertrag von Gammertingen) Sonderverträge mit den Franzosen abgeschlossen hatten.

Immerhin wurden noch 1804 Hohenzollern-Kürassiere von Johann Baptist Pflug als Bewachung des Schlosses Winneburg bei Ochsenhausen, in dem sich der greise Fürst Metternich (der Vater des Ministers) aufhielt, erwähnt, wenn sie auch gegen Ende des alten Reiches wie dieses selbst nur mehr ein Schattendasein geführt haben dürften.